|
Seit Jahrhunderten Wächter dreier Meere. Das Pagasitische Meer im Norden, das Nordeuböische im Süden und etwas weiter östlich die Ägäis. Seine Geschichte verläuft sich in den Jahrhunderten. Homer nennt es Kikynthos, seine Nachfahren werden es Palio-Trikeri nennen. |
|
|
Dreitausend Jahre später, im 18. Jahrhundert, beginnt die neuere Geschichte von Trikeri. Seine ersten Einwohner kamen aus dem Dorf Kakla auf der Halbinsel Mani, von Kreta und aus dem Pindos-Gebirge.
Erschöpft von den Angriffen durch Piraten zündeten sie der Legende nach drei Kerzen an und zogen den Berg hinauf. Dort, wo die drei Kerzen erloschen, errichteten sie ihre Kirche und rundherum entstand das Dorf Trikeri, was „drei Kerzen“ bedeutet.
Es unterscheidet sich von den anderen Dörfern des Pilion durch seine lange Seefahrertradition und, obwohl es keine Insel ist, durch seinen Inselcharakter, der im Gegensatz zu der maniatischen und mazedonischen Bauart steht - ein Werk von Baumeistern aus Ioannina, die diese zwei Stile miteinander verbanden. |
Als Hafen dient das kleine Fischerdörfchen Agia Kyriaki, das direkt vor dem „Stavros“ (Kreuz) liegt, wie die Einheimischen die Stelle nennen, an der die drei Meere aufeinander treffen.
An diesem Ort ist es nicht schwierig nachzuempfinden, was über Jahrhunderte hinweg hier ausnahmslos alle Menschen dazu brachte, sich dem Meer zuzuwenden. An der Küste ragen kahle Felsblöcke empor, während ein Streifen Meer uns vom Festland Thessaliens und von der nahen Insel Euböa trennt. Wenn wir den Blick nach Soroko wenden, liegt das offene Meer in seiner ganzen Schönheit vor uns. Ein Meer, das den Betrachter dazu verlockt, es zu durchqueren. |
Von hier starteten in den vergangenen zwei Jahrhunderten die Schwammtaucherboote ihre Expeditionen in jede Ecke der Ägäis und des Lybischen Meeres.
Die Schwammtaucher aus Trikeri blieben unübertroffen, nicht nur was die Seefahrerkunst und die Tauchfähigkeiten, sondern auch die Kameradschaftlichkeit angeht.
Obwohl Trikeri eine der größten Flotten der Ägäis und des ganzes Mittelmeeres besaßen, gab es nur wenige Unfälle auf den Schwammtaucherbooten.
Es ist kein Zufall, dass Kaptitäne aus anderen Gegenden kamen, um Taucher auf ihren Schwammtaucherbooten anzuheuern. So wie es auch kein Zufall ist, dass Jacques Yves Cousteau 1956 in seinem Team den Taucher Stavros Delikonstantis aus Trikeri hatte.
Nach den 80er Jahren, als ein Virus die Schwämme des Mittelmeeres vergiftete, gingen die Schwammtaucherboote vor Anker und die internationale Handelsschifffahrt stellte den Ausweg für diejenigen dar, die nicht schon ohnehin dort gelandet waren. Darüber hinaus hat sich seit damals wenig in Agia Kyriaki verändert.
Alle geografischen Breiten- und Längengrade der Erde drängen sich jeden Abend in den Kafenia von Trikeri und Agia Kyriaki dicht zusammen. |
 |
Dort zwischen Tsipouro und kleinen Häppchen lebt die neuere Seefahrtsgeschichte Griechenlands in den Geschichten alter Kapitäne auf, Geschichten, die mal in fernen Ländern mal in großer Tiefe stattgefunden haben.
Sie sprechen über das, was sie in Cape Town, Bengasi, New York und Curacao erlebt haben und über Tauchgänge in 40 Klaftern Tiefe.
Das ist Trikeri. |